1890 ~ 1918

1890 – 1918
Wilhelminische Zeit


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1891

1891
Es bildete sich plötzlich in der Niederung zwischen Erdeborn und dem salzigen See eine Trichterförmige Vertiefung, die zweifellos durch den Einsturz des Bodens in einen unterirdischen Hohlraum verursacht war. Grund hierfür ist das Verschwinden des salzigen Sees.

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1901

5. August
Einweihung des Kriegerdenkmals.

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1906

16. März
Erdrutsch in Erdeborn. Das Hinterrad eines Pferdewagens geriet in der Schulstraße nach einem Erdrutsch in eine Senkung. Ursache war ein drei Meter tiefer unterirdischer Stollen. Niemand kam zu schaden.
Aktuelle Preise für Lebensmittel: ein halbes Pfund Butter kostete 58-65 Pfennige, Blumenkohl pro Stück 10-30 Pfennig, Kohlrabi pro Stück 3-5 Pfennig und 500 Gramm Kabeljau 20 Pfennige.

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1908

27. Februar
Tragödie in Erdeborn. Ein Dienstmädchen gebar in der Nacht zum 27. Februar ein Kind, tötete es und verscharrte es im Feld. Als es sich entdeckt sah lief es davon wurde aber polizeilich festgenommen und in das Eisleber Gerichtsgefängnis überführt.

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1909/1910

Winter
Der Winter brachte viele Todesfälle. Magen- und Darmkrebs waren hauptsächlich die Ursache.
[Wobei es sich wohl eher um Magen- und Darmgrippe gehandelt hat. Aber im Original steht es so geschrieben.]

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1910

28. Juli
Lustmord im Mansfelder Seekreis in einer Schlucht zwischen Erdeborn und Schraplau. Im Polizeibericht heißt es dazu:
„Ein 13-jähriges Mädchen, welches heute Mittag von seinen Eltern zum Essentragen ausgesandt war, wurde von einem Handwerksburschen auf dem Weg nach Erdeborn angehalten und von ihm beauftragt, Schnaps zu holen. Mit diesem Schnaps überschüttete er das Mädchen und steckte die Kleider in Brand, nachdem er vermutlich vorher ein Sittlichkeitsverbrechen an dem Kinde begangen hatte. Das Kind ist bereits am Nachmittag seinen Verletzungen erlegen.“

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1911

1. September
Aus Erdeborn wird ein Unglück auf dem Kalischacht unweit der Gemeinde gemeldet. Der Bergmann Heinrich Baumann aus Erdeborn atmete giftige Pulvergase ein, er konnte zwar noch lebend geborgen werden, starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus, „kurz vor der Erdeborner Haltestelle“, wie der Chronist schreibt.

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1912

22. Oktober
Familientragödie in der Gemeinde Erdeborn. Ein 37-jähriger Mann erschlägt seine zehn Jahre jüngere Frau und erschießt danacht sich selbst. Beide hinterlassen zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren. Der Chronist spricht von einem „furchtbaren Drama“.

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1914

27. März
Karl Hermann Heine, Pfarrer und Heimatforscher stirbt in Halle und wird dort auf dem Laurentiusfriedhof begraben.

24. Mai
In Erdeborn wird neuer Turm der Feuerwehr eingeweiht.
5. Juli
Die Erdeborner Windmühle brennt vollständig nieder, wird aber wieder aufgebaut.

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1916

30. Juni
Der Chronist hält die aktuellen Einwohnerzahlen der 89 Landgemeinden im Mansfelder Seekreis fest. Darunter auch Erdeborn mit 1566 Einwohnern.

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