Westdorf

– „Wüstungskunde der Mansfelder Kreise –
Seekreis und Gebirgskreis – zweites Heft“ –

Erich Neuß , 1971

W E S T D O R F  bei Erdeborn

Lage: 2000 m wnw Kirche Erdeborn, liegt noch auf Erdeborner Flur, das „Westedorf“

Urkundliche Überlieferung:

1197: Probst Ludolf von Kaltenborn stattet die Kapelle S. Jacobi u. a. mit 8 Mark Einkünften von 2 Hufen zu W e s t e r e n d o r f aus. [Quelle: Schöttgen u. Kreysig, Dipl. et script. II, 704 (Nr. XXV). – UB Hochst. Halberstadt I, 339 (Nr. 377).]

1813 Apr. 25: beim W e s t d o r f e liefern sich Kosacken u. Franzosen ein Gefecht. [Quelle: O. Berger in: Mansfelder Heimatbll. (Beilage z. Eisleber Tgeblatt, 2. Folge, Nr. 7 v. 16.4.1927.)]

FLUR: Es lassen sich noch folgende Stücke nachweisen: Schlag I „im Westdorf“ mit 134 M. 123 QR.; ferner 1 km n davon auf Helftaer Flur Schlag CQ „das kleine Feld“ mit 132 M. 119 QR. u. gleich jenseits der Flurgrenze auf Lüttchendorfer Flur „die wüste Breite“, bei der es freilich fraglich ist, ob dieser FlN auf Zugehörigkeit zu W. schließen lässt. Sicher hat zur W. er Flur aber das Flurstück „hinterm Gericht“ (Schlag CP der Helftaer Flur mit 232 M. 44 QR.) gehört, so dass die Flur von W. mindestens rd. 500 M. hatte.

Bemerkungen: Kleine Siedlung, vielleicht erst nach 1000 von Erdeborn aus durch Rodung entstanden u. bald wieder eingegangen. 1830 war die Lage des Gottesackers als FlN noch bekannt. Heute durchschneidet die Eisenbahn nach Eisleben die Dorfstelle, die nach Ausdeutung des Risses „G“ auf dem Radeberg (Rodeberg ?) gelegen haben könnte, unmittelbar am Nonnengrundbach.

Abkürzungen:

  • M. Morgen – 1 Morgen = 100 Quadratruten = 2500 m² = 0,25 Hektar
  • QR. Quadratrute – 1 Quadratrute = 25 m²
  • FlN – Flurname

Nachfolgende Karte zeigt noch einmal die Lage des Westdorfes.

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